Nachdem die Elfen nicht nur während der Kriege große Verluste zu verzeichnen hatten, sondern sich ihr Volk auch in Lichtelfen und Dunkelelfen geteilt hatte, zogen sich die Lichten in die tiefsten Wälder ihres Landes zurück. So ist das heutige Gebiet der Elfen nur ein Bruchteil des Reiches, das sie einst ihr eigen nennen durften. Trotz dieser Tatsache sind die Ländereien um den Mutterbaum vor den Toren der schwebenden Stadt wohl einige der schönsten des Kontinents. Immergrüne Wälder wechseln sich mit fruchtbaren Feldern ab und zahlreiche kleine Bäche, sowie ein kristallklarer Fluss durchziehen dieses Land. Im Norden und Osten geschützt von hohen Bergen, leben die Elfen inmitten der ruhigen Natur, deren Wälder ebenso magisch scheinen, wie die Lichten selbst.
Die Rasse der Elfen folgt den Lehren Evas, der Göttin des Wassers. Sie ist eine friedliebende und gütige Gottheit, die das Leben achtet und Dichtung und Musik schätzt. So widmet sich auch der größte Teil der Lichten lyrischen Künsten, sowie
dem Gesang und der Musik. Dieses Volk ist besonders naturgebunden und achtet genau darauf, nichts grundlos von ihr zu nehmen. Doch obwohl die Elfen das Leben über alle Maßen achten, nehmen sie es dennoch nicht wehrlos hin, wenn sie oder ihre Ehre angegriffen werden.

Lichtelfen sind schlanke Wesen, die eine schmale, aber großgewachsene Statur besitzen. Charakteristisch für sie sind ihre spitz zulaufenden Ohren und die helle Haut, die zusammen mit ihren blauen Augen und den blonden bis silber-weißen Haaren ein recht edles Bild ergeben.


Männliche Elfen besitzen zwar einen durchtrainierten Körperbau, doch er ist nicht so muskulös wie der der Dunkelelfen. Auch wenn die Lichten einen Sinn für Schönheit haben, präsentieren sie sich nur sehr selten.


Die weiblichen Elfen haben eine anmutige und sehr grazile Statur, die im Vergleich zu den Frauen anderer Rassen beinahe zerbrechlich wirken mag. Auch spielen Elfinnen bei Weitem nicht mit ihren Reizen, sie sind eher zurückhaltend, ebenso was ihre Kleidung betrifft.

 

Einer der wohl ausgeprägtesten Charakterzüge der Elfen ist ihr Stolz, der zusammen mit ihrem Selbstwertgefühl oftmals in Arroganz übergeht. Die Wurzeln dieser hohen Meinung über sie selbst liegen nicht nur weit in der Geschichte und ihrem einstigen Einfluss auf Aden zurück, sondern begründen sich auch durch ihre ausgeprägte Geschicklichkeit mit der Magie. Kein anderes Volk ist im Umgang mit Wassermagie so bewandt, wie die Lichten. Doch auch ihre gewandten Fähigkeiten im Umgang mit Waffen, bei denen sie nicht selten den Bogen jeder Klinge vorziehen, geben den Elfen immer wieder Anstoss dazu, ihr großes Selbstwertgefühl als durchaus berechtigt zu empfinden. Doch in so manch einem Kampf, in dem sie erst ihr Können eindrucksvoll zur Schau gestellt haben, hat sich das von ihnen empfundene Mitleid und ihre große Achtung vor dem Leben schlussendlich gegen sie selbst gerichtet, denn die hinterlistigen Gedanken ihrer Gegener sind den Elfen vollkommen fremd. Überhaupt kennt ein Elf weder Heimtücke noch Boshaftigkeit, er ist zu jeder Zeit fair und zieht daher einen offenen Kampf, so er sich gar nicht vermeiden lässt, in jedem Falle vor. Dies will aber nicht heissen, dass ein Elf sich nicht zu helfen weiss, wenn es um sein Leben, oder das, seiner Brüder und Schwestern geht. Daraus mag vielleicht auch der Umstand resultieren, dass dieses Volk keinen besonders engen Hang zur Wahrheit hat. Ein Elf würde jedoch niemals lügen, vielmehr glaubt er an den Moment und das, was darin gesagt wird. Das fehlende Verständnis dieser Rasse, für jene die sie in solchen Situationen als Lügner strafen, gesellt sich oftmals zu der ihr eigenen übermäßigen Sorglosigkeit, die bei anderen Völkern in dieser Form niemals zu finden sein wird und ruft in manchen Augen ein scheinbar naives Bild der Elfen hervor, dass in manchen Momenten dazu geführt hat, dass ein Elf unterschätzt wurde. Kaum zu verstehen, vor allem von Zwergen nicht, ist die Ansicht der Elfen, dass Gold und andere materielle Dinge vollkommen belanglos sind. Die von ihnen geschätzte Schönheit und die Freude am Leben sind das, was einem Elfen am Herzen liegt und was er offen zeigt. Demnach sind die Lichten in den wenigsten Fällen abgeneigt, ihren Wein in einer geselligen Runde mit anderen zu teilen. Und ihr bereits erwähnter Hang zur Schönheit ist es, der Rüstungen und Waffen dieses Volkes meist sehr prachtvoll aussehen lässt, mit aufwendigen Verzierungen, die so manch einen Schmied nicht nur viel Zeit und Mühe gekostet haben, sondern ihm auch einen zusätzlichen Verdienst einbrachten.
Die Verbindung zwischen den Elfen und der Göttin Eva bildet der Rat der Ältesten, der das gesamte Volk anführt. Ihm gehören die erfahrensten und weisesten Krieger, Priester und Magier ihrer Rasse an, die im Tempel der schwebenden Stadt zu finden sind. Aufgrund der Lebensspanne der Elfen, kommt es nur selten vor, dass neue Mitglieder in den Rat aufgenommen werden, es sei denn, der Platz ein Ratsmitglieds muss neu besetzt werden, nachdem es durch andere Umstände ausgetreten ist. Jene Oberhäupter sind bemüht, sich um jedes Anliegen ihres Volkes zu kümmern, wobei sie sich nicht in Konflikte innerhalb der Rasse einmischen, da es kaum einen so starken Zusammenhalt innerhalb einer Rasse gibt, wie bei den Elfen. Niemals würden sie zur Waffe greifen, wenn es darum geht, eine der wenigen Auseinandersetzungen mit einem Bruder, oder einer Schwester zu klären. Auch außerhalb der Grenzen ihres Landes treten Elfen gleichermaßen für andere Elfen oder ihre Familie ein. Auf Grund ihres Gemeinschaftssinnes, verlassen Elfen zwar eher ungern die Gegenwart ihres Volkes, doch ein allein reisender Lichter ist kein seltener Anblick.
Untereinander kennen Elfen kaum einen Unterschied zwischen Angehörigen ihrer Familie, oder fremden Brüdern und Schwestern. Sie begnen sich stets freundlich, in gewisser Art vertraut und mit gebührendem Respekt. Waffen haben bei solchen Treffen nichts verloren und werden in Gegenwart des eigenen Volkes oftmals gänzlich vergessen. Wie es die Tradition verlangt, wird einem erfahreneren oder älteren Elfen stets besonders respektvoll gegenüber getreten, schließlich erhofft man sich, interessante Geschichten von ihm zu hören, seine Erfahrungen teilen zu dürfen und Neues von ihm zu lernen.
Das Volk der Menschen ist sehr verschieden und deshalb für die Elfen schwer einzuschätzen. Durchaus gibt es einige unter ihnen, deren Charakter an die Verdorbenheit der Dunkelelfen heran reicht, doch überwiegend scheinen sie eine gut gesinnte Rasse zu sein, die zwar mit Kriegen gegen sich selbst beschäftigt ist, der man jedoch trotzdem im ersten Moment freundlich gegenüber tritt. Unvorsichtig handelt ein Elf  allerdings nie, sodass eine Spur von Misstrauen beim Kontakt mit den Menschen eine lange Zeit vorhanden ist. Daraus ergibt sich, dass eine Freundschaft zwischen einem Elf und einem Mensch etwas ist, dass über längere Zeit auf Vertrauen aufgebaut wurde und somit von Dauer sein kann.
Unerreichtes handwerkliches Geschick kann eine Form der Schönheit sein, dass der Zwerg selbst dafür keinen Sinn hat, ist dem Elfen vollkommen unverständlich. Ebenso wie die Tatsache, dass diese kleine und raue Rasse vor allem anderen nach Gold strebt. Trotz dieser Differenzen sind enge Freundschaften zwischen Elfen und Zwergen durchaus keine Seltenheit. Ein zahlender Kunde, der den Zwergen bereitwillig und mit offensichtlicher Begeisterung für seine Erzählungen zu einem Krug Bier einlädt, wird von ihm niemals abgewiesen.
Von ihren einstigen Brüdern und Schwester verraten, sind die Dunklen bis heute das einzige Volk, dem ein Elf mit einem besonderen Maß an Feindseligkeit entgegen tritt. Dass so manch ein Brauch und Verhalten dieser bösartigen Wesen großes Unbehagen in den Lichten hervor ruft, führt oft dazu, dass sie die Gegenwart der Dunklen meiden. Die Bereitwilligkeit eines Dunkelelfen für das Erreichen der persönlichen Ziele zu morden, weckt größte Verachtung in den Lichten, bei denen das Leben größten Respekt verdient.
Das Verhältnis zwischen Orks und Elfen war zu keiner Zeit ein Gutes, was nicht nur aus der Vergangenheit her rührt, sondern auch daran liegt, dass Orks eine mehr oder weniger neutrale Bindung zum Volk der Dunkelelfen haben. Dazu kommt, dass diese Wesen von den Elfen als gross, sehr stark, unberechenbar und daher auch gefährlich angesehen werden. Andersherum herrscht jedoch eine recht gegenteilige Ansicht vor, auf Grund der schmalen Statur und des daher schwächlichen Aussehens der Elfen. Um diese Sicht von ihrem Volk wissen die Elfen nur zu gut und so sind sie niemals unvorsichtig in der Gegenwart eines Orks. Obwohl ihre Intelligenz von den Lichten eher in Frage gestellt wird, meiden sie dieses Volk lieber, denn in einem offenen Kampf hätte ein Elf ohne Tricks nur geringe Chancen gegen den Ork.
Die Kamael scheinen einen ebenso bösartigen Charakter zu besitzen, wie die Dunkelelfen. Auch sie schrecken nicht vor hinterhältigen Taten oder Verrat zurück, um ihr Ziel zu erreichen. Der Umstand, dass ein Kamael in erster Linie nur an sich und seine Vorteile denkt, verstärken die Antipathien von Seiten der Elfen um ein Vielfaches. Dieses Volk hat eine absolut inakzeptable Sicht von Ehre und ist nur auf kriegerische Handlungen aus, was die Achtung der Elfen vor dem Leben auf das Tiefste verletzt. Zu diesen Wesen scheint selbst eine neutrale Beziehung beinahe undenkbar.
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